Die Entwicklung der Modetrends über die Jahrzehnte

Mode ist weit mehr als ein ästhetischer Ausdruck. Die Mode sagt stets auch viel über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse einer Epoche aus. Mit der Einführung von Konfektion konnte Mode überhaupt erst zum gesamtgesellschaftlichen Phänomen werden. Das ist seit etwa 100 Jahren der Fall.

Diese Info-Grafik von purefashion gibt einen tollen Einblick in den Wandel der Mode:

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Quelle: www.purefashion.de

Die Moderne bricht an

Mode ändert sich nicht von heute auf morgen. Aber erstaunlicher Weise halten sich bestimmte Trends wie Frisuren oder Rocklängen meist über etwa ein Jahrzehnt, ehe sie von etwas völlig Neuem abgelöst werden. Mit dem Anbruch der 1920er Jahre spricht man vom Zeitalter der Moderne. Die industrielle Revolution war vollzogen und in Bereichen wie Architektur und Kunst tat sich Erstaunliches.

In Amerika entstanden die ersten Wolkenkratzer, in Europa revolutionierte die Bauhausbewegung die Ästhetik und Stilrichtungen wie Expressionismus und Dadaismus veränderten die Sichtweise auf die Welt. Der Erste Weltkrieg, ein bis dahin nicht gekanntes, kollektives Grauen, war vorüber. Eine Art Tanz auf dem Vulkan setzte ein und im Zentrum stand die Metropole Berlin. Frauen trugen recht kurze Kleider, Bubiköpfe, Stirnbänder und rauchten Zigaretten. In den Clubs wurde zu wilder Musik Charleston getanzt. Die Freizügigkeit setzte sich in den 1930er Jahren fort. Stilikonen wie Marlene Dietrich und Katherine Hepburn trugen Hosen lässiger als Männer. Designerinnen wie Coco Chanel und Elsa Schiaparelli erlaubten den Frauen mit ihren Entwürfen eine neue Freizügigkeit.

Biederkeit kehrt zurück

Mit dem aufkommenden Faschismus in Deutschland kehrte eine gewisse Biederkeit in der Mode zurück. Frauen wurde wieder ihre klassische Rolle als Hausfrau und Mutter zugewiesen. Weibliche Diven waren vor allem mondän. Mondän oder adrett ging es auch in Hollywood zu. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges war immer weniger an Mode zu denken und auch nach Kriegsende ging es erst mal pragmatisch weiter. Der Nylonstrumpf war zwar schon erfunden, doch die meisten Frauen mussten sich damit begnügen, Strumpfnähte auf ihre nackten Beine zu malen.

Seit den 1950er Jahren sprach man in Deutschland vom Wirtschaftswunder. Man zeigte, was man hatte und die weibliche Mode wurde pompöser. Dazu gehörten aufwendige Abendroben, figurbetonte Kostüme und Hüte. Die 1960er Fahre wurden wieder frecher, die Frisuren und Röcke kurzer. Der Rock ’n‘ Roll faszinierte die Jugend. Dazu trug man bleistiftenge Hosen oder weitschwingende, kürzere Röcke, flache Schuhe, Pullis und Pferdeschwanz. Die 1970er schließlich waren ganz von der Hippie- und Flower-Power-Bewegung geprägt, die spätestens durch das legendäre Woodstock-Festival 1969 einen weltweiten Siegeszug eingeläutet hatte.

Disco, Punk, Romantik

In den 1980er Jahren veränderte sich die Welt wieder einmal grundlegend. Die Teilung in Ost und West begann zu wanken. Die Jugend verehrte überall die gleichen Idole. Entweder waren es die Stars der Disco oder die Vertreter des Punks. Beides prägte die Mode. Asymmetrie, Schulterpolster, wilde Make-ups und punkige Frisuren waren ebenso en vogue wie Bundfaltenhosen.

Eine seltsame Mode aus heutiger Sicht. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kam es zu einem gewissen Hippie-Revival. Es folgten in den 1990ern und 2000er Jahren schlichte und elegante Trends im Wechsel mit romantischer Mode und dem Business-Look. Immer mehr galt, dass erlaubt ist, was gefällt. Die heutige, sozusagen postmoderne Mode ist vom Stilmix und dem Nebeneinander vieler Modetrends geprägt.